

© Claudius Pflug
Nachhaltigkeit
WEITER BIS 2045: DIE BALANCE MUSS STIMMEN
Wir bleiben dran – zwischen Tempo, Kennzahlen und Verantwortung.
Unsere Fortschritte entlang der Nachhaltigkeits-Roadmap.
Unser Ziel ist klar: Wir wollen unseren Bestand bis 2045 nahezu klimaneutral entwickeln. Der Weg dorthin ist anspruchsvoll. Er verlangt Investitionen, technisches Know-how und vor allem Balance. Denn Klimaschutz in der Wohnungswirtschaft muss wirksam sein, wirtschaftlich tragen und soziale Verantwortung mitdenken. In diesem Spannungsfeld sind wir 2025 deutlich vorangekommen.

© Claudius Pflug
„Nachhaltigkeit wirkt dann, wenn sie Strukturen, Prozesse und Entscheidungen verändert.“
NACHHALTIGKEIT FEST IN DER ORGANISATION VERANKERT
Ein Schwerpunkt lag auf der strategischen Integration im Unternehmen. Unsere Stabsstelle Nachhaltigkeit führt als zentrale Koordination Strategie, Reporting und Umsetzung zusammen und arbeitet eng mit Fachbereichen wie Neubau und Technischem Consulting zusammen. Wir haben Datenflüsse verbessert, Prozesse geschärft und Zuständigkeiten klar benannt. Zugleich entstand 2025 eine ganzheitliche Investitionsplanung, die kaufmännische, technische und energetische Aspekte enger zusammenführt. Denn das langfristige Ziel einer weitgehenden Klimaneutralität bis 2045 erreichen wir nicht mit Einzelmaßnahmen, sondern nur mit einer Planung, die den gesamten Bestand im Blick behält und Prioritäten klug setzt.
In dem Jahr hat uns zudem die Vorbereitung auf die neuen europäischen Reportingstandards begleitet. Im Zuge dessen haben wir uns mit den ESRS-Anforderungen auseinandergesetzt, eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt und unsere Lieferkette hinsichtlich der ESG-Spezifika betrachtet. Auch wenn die regulatorischen Änderungen durch die Omnibus-Initiative der EU vieles relativierten, hat uns der Prozess strukturell vorangebracht und eine belastbare Basis für Prüfungen und Audits geschaffen.
KONKRETE MASSSNAHMEN
Unseren Fortschritt bei den vielfältigen Nachhaltigkeitsthemen aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung verfolgen wir konsequent entlang unserer Nachhaltigkeits-Roadmap. Hier sind nicht nur Zielbilder festgehalten, sondern es wird auch die Umsetzung anhand von Maßnahmen konkretisiert. Sie zeigt, wo wir stehen und welche Schritte als Nächstes folgen. Dazu gehört 2025 die Verabschiedung unserer Photovoltaikstrategie, die einen strukturierten Rahmen für den Ausbau von Solarenergie im Bestand und im Neubau setzt. Im Neubau setzen wir zudem verstärkt auf die Aspekte der Kreislaufwirtschaft und auf recyclingfähige Materialien, etwa durch Holzhybrid-Bauweisen.
Zusätzliche Impulse gewinnen wir durch die Teilnahme an Forschungsprojekten wie „HEBEDI“ der Universität Heidelberg. Dort geht es um die Wirkung artenreicher Gemeinschaftsgärten und grüner Innenhöfe auf Biodiversität und Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner in der Stadt. Auch in Azubi-Projekten vermitteln wir Nachhaltigkeit praxisnah und befähigen unsere Nachwuchskräfte, ökologische Aspekte von Beginn an mitzudenken.
RISIKEN ERKENNEN, RESILIENZ STÄRKEN
Im Jahr 2025 haben wir die Folgen des Klimawandels für unseren Bestand und unsere Mieterinnen und Mieter intensiver analysiert, insbesondere im Hinblick auf längere Hitzeperioden, Trockenheit und Starkregen. Dabei verfolgen wir Emissionsreduktion und Klimafolgenanpassung parallel. Ziel ist es, die Resilienz von Gebäuden und Quartieren gegenüber veränderten klimatischen Bedingungen zu stärken und den Werterhalt langfristig sicherzustellen. Auf dieser Grundlage leiten wir unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gezielt Maßnahmen ab, etwa zur Begrünung und Verschattung von Gebäuden sowie zur Verbesserung von Wasserversickerung und -rückhaltung, um die Widerstandsfähigkeit unseres Bestands schrittweise zu erhöhen.
Weiter bis 2045 heißt für uns, Schritt für Schritt Wirkung zu entfalten – für unsere Gebäude, unsere Quartiere und die Menschen, die dort leben.
GOVERNANCE-PROJEKTE
Wie tragen unsere Gebäude zur Wärmewende bei?
Nachgefragt bei Christian Roth, Leiter des Technischen Consultings
Wie dürfen wir uns Ihre Arbeit bei der WBM vorstellen?
CR: In meinem Bereich laufen zwei wichtige Themen zusammen: Energie und technische Qualität. Wir arbeiten daran, die Treibhausgasemissionen unseres Gebäudeportfolios bis 2045 auf ein Minimum zu senken. Dazu gehören der Klimapfad, die Energieversorgung und Themen wie Photovoltaik und der Einsatz erneuerbarer Energien. Gleichzeitig achten wir darauf, dass im Neubau und im Bestand die richtigen technischen Standards gesetzt und realisiert werden. Kurz gesagt: Wir bringen Technik, Wirtschaftlichkeit und Zukunft zusammen.
Wenn Sie auf 2045 schauen: Wo liegt der größte Hebel im Bestand?
CR: Ganz klar beim Abschied von fossilen Energieträgern. Wenn wir alte Heizsysteme ersetzen, erzielen wir die größte CO₂-Wirkung. Diese Schritte sind fest in unserer Investitionsplanung verankert. So können wir die Gebäude zuerst angehen, bei denen wir am meisten erreichen. Gleichzeitig entwickeln wir unseren Klimapfad laufend weiter.

© Claudius Pflug
„Wir sanieren mit Augenmaß: Was hilft wirklich fürs Klima, und was ist wirtschaftlich sinnvoll?“
Der Gebäudebestand der WBM gilt energetisch als überdurchschnittlich gut. Wie gelingt das wirtschaftlich?
CR: Wir sanieren mit Augenmaß. Gute Effizienzklassen wie C oder D sind oft ein sinnvoller Zielwert. Alles, was darüber hinausgeht, wird schnell sehr teuer, ohne beim Klima denselben Effekt zu bringen. Deshalb schauen wir genau hin: Was hilft wirklich, und was ist wirtschaftlich sinnvoll? Wichtig ist auch, Maßnahmen gut zusammenzudenken und gebündelt umzusetzen.
Zum Schluss eine persönliche Frage: Was würden Sie sofort umsetzen, wenn die Finanzierbarkeit keine Rolle spielte?
CR (lacht): Einen Eisspeicher. Dabei nutzt man Wasser in einem unterirdischen Speicher als Wärmequelle: Beim Gefrieren wird Energie frei, die zum Heizen genutzt werden kann, im Sommer funktioniert das Prinzip umgekehrt zur Kühlung. Technisch sehr interessant – wirtschaftlich jedoch anspruchsvoll.
Welche Rolle spielt dabei Photovoltaik?
CR: Zuerst erfüllen wir die gesetzlichen Vorgaben, etwa aus dem Berliner Solargesetz. Gleichzeitig schauen wir uns unser gesamtes Portfolio an und prüfen, welche Potenziale unsere Dächer aufweisen. Mit unserer Tochtergesellschaft WBM Energie-Service haben wir 2025 einen weiteren Baustein geschaffen, um den energiewirtschaftlichen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können. Die Gesellschaft plant, errichtet und betreibt die PV-Anlagen und schafft für uns mehr Klarheit und Spielraum. So können wir Themen rund um die Energie für die Zukunft flexibler gestalten.
Herr Roth, wir danken Ihnen für das Gespräch!
